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OBM-Wahl in Torgau: Filmbühne – was haben die Kandidaten vor?

Es erhitzt die Gemüter in der Kreisstadt: das geschlossene Kino „Filmbühne“. Nun wird am 3. Juli 2022 eine oder ein neue/r Bürgermeister/in gewählt. Kommt jetzt Schwung in die Diskussion?

Der Countdown läuft: Am 3. Juli wählt Torgau eine neue Oberbürgermeisterin oder einen neuen Oberbürgermeister. Zur Wahl stellen sich Amtsinhaberin Romina Barth (CDU), Michael Bagusat-Sehrt (Linke) – gemeinsamer Kandidat von SPD, Linke und Bündnis 90/Die Grünen – und Henrik Simon (unabhängiger Bewerber).

Alle drei wollen in den nächsten sieben Jahren die Geschicke der Stadt lenken. Doch was heißt das konkret, zum Beispiel für seit Jahren geschlossene Kulturgebäude wie die „Filmbühne“ am Friedrichplatz? Um es vorwegzunehmen: In den Statements und Wahlprogrammen der BewerberInnen für die Jahre 2022 bis 2029 kommen das über 80-jährige, marode Kino oder ein neues Nutzungskonzept so gut wie gar nicht vor. Und das, obwohl es bereits seit zehn Jahren geschlossen ist und erste Ideen für ein „Kino- und Filmmuseum Torgau“ vorliegen.

Auch beim „TZ-Wahl-Talk“, bei dem die drei KandidatInnen live vor Publikum Farbe bekennen mussten, spielte die Zukunft der „Filmbühne“ keine Rolle. Die „Torgauer Zeitung“ hatte am 23. Juni zu der gut besuchten Veranstaltung ins Kulturhaus eingeladen.

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„Filmbühne“ in Torgau im Mai 2022 / © Ron Schlesinger

Dennoch lassen sich im Wahlkampf und in den einzelnen Programmen hier und dort Schwerpunkte heraushören und herauslesen, welche neuen Akzente die drei in den Bereichen Altstadt und Kultur setzen wollen.

Romina Barth: Bürger stärker einbinden

So plant Romina Barth mehr Bürgerbeteiligung beim Integrierten Stadtentwicklungskonzept. Konkret plädiert die 39-Jährige für regelmäßige themenbezogene Bürgerbeteiligungs-Workshops. Hier sollen die Torgauerinnen und Torgauer ihre Vorstellungen und Ideen zu bestimmten städtischen Vorhaben einbringen. Wie wäre es mit einem Workshop für ein „Kino- und Filmmuseum Torgau“ im Herbst 2022 oder Frühjahr 2023? Hier könnten alle Interessierte die Möglichkeiten für ein solches Projekt ausloten – und die Vor- oder Nachteile diskutieren.

Michael Bagusat-Sehrt: Aktiver auf Eigentümer zugehen

Vor dem Hintergrund der maroden „Filmbühne“ ist auch die Idee von Michael Bagusat-Sehrt sinnvoll: Er plant, aktiver wie bisher auf Eigentümer heruntergekommener Gebäude zuzugehen und finanzielle Hilfe bei der Umsetzung anzubieten. So will der 47-Jährige marode Wohn- und Geschäftshäuser im Stadtgebiet sichern und langfristig erhalten. Zudem möchte er nach seiner Wahl zum Bürgermeister neue Ideen für die Zukunft der Torgauer City sammeln: Was ist gewünscht? Was fehlt wo? Und: Wie können wir es gemeinsam umsetzen?

Henrik Simon: Mit Bewohner-Mix die Stadt bunter machen

Der parteilose Kandidat Henrik Simon setzt dagegen auf eine Zusammenarbeit mit Hochschulen in Leipzig und Dresden, um innovative Wohn- und Bauformen umzusetzen. Sein Ziel: Mit einem „Bewohner-Mix“, will der 51-Jährige „die Stadt bunter machen“. Wird diese Idee weiter gedacht, so könnte ein in der „Filmbühne“ geplantes „Kino- und Filmmuseum Torgau“ mit Hochschulen zusammenarbeiten, die Medienstudiengänge anbieten. Das Haus am Friedrichplatz könnte sich so zu einem landesweiten Forschungs- und Bildungszentrum im Bereich Medien entwickeln. Inklusive jungem und buntem Bewohner-Mix im städtischen Umfeld.

Verwendete Quellen:


Headerfoto: Kino „Filmbühne“ in Torgau (Aufnahme vom 7.5.2018): Es ist seit 2012 geschlossen / Foto: Wikimedia Commons/Radler59

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